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Intentionen der Veranstaltungen in Didaktik und Methodik des Ausbildungsfaches Mathematik


1. Leitgedanken für die Gestaltung aller Veranstaltungen
1.1 Austausch von Unterrichtserfahrungen

Die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter
• bringen aktiv die eigenen unterrichtlichen Erfahrungen in die Veranstaltung ein und reflektieren in der Gruppe ihre unterrichtliche Tätigkeit
• berichten über innovative Unterrichtsentwicklungsprozesse im Mathematikunterricht ihrer Schule
• machen sich die eigene Einstellung und Haltung zu Bereichen des Mathematikunterrichts bewusst und reflektieren diese im Hinblick auf eine mögliche Haltungsänderung
• erkennen und benennen eigene Entwicklungsfelder
• dokumentieren ihre Erkenntnisse und Entwicklungsfelder in einem Lerntagebuch

1.2 Handlungsleitende Orientierungen bei der Erarbeitung von ausgewählten Themenbereichen

Die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter
• machen sich ihr Vorwissen über gezielt eingesetzte Methoden zur Lernstandserhebung zu einzelnen Themenfeldern bewusst
• reflektieren Möglichkeiten zum Einsatz dieser Methoden im Hinblick auf ihren eigenen Mathematikunterricht
• erweitern über die Angebote in der Didaktik und Methodik ihr eigenes Theoriewissen zu den Themenfeldern
• lernen in den Veranstaltungen in ausgewählten exemplarischen Unterrichtssituationen die Anwendung und Umsetzung des theoretischen Wissens
• artikulieren ihr Wissen und reflektieren die unterrichtsbedeutsamen Handlungen auf der Metaebene
• setzen zeitnah die gewonnenen Erkenntnisse in ihrem eigenen Unterricht um

2. Inhaltliche Schwerpunkte

2.1 Der Bildungsplan und die prozessbezogenen mathematischen Kompetenzen

Die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter
• erweitern ihr Vorwissen zur Philosophie, zum Aufbau und zu den Zielen des Bildungsplanes
• erwerben anhand von konkreten Aufgabenbeispielen Wissen über die Bedeutung der prozessbezogenen Kompetenzen
• formulieren Indikatoren zu den einzelnen prozessbezogenen Kompetenzen
• führen exemplarisch zu prozessbezogenen und inhaltsbezogenen Kompetenzen eine Kompetenzanalyse mit Kriterien und Indikatoren durch
• nutzen ihre Kenntnisse zu Kompetenzanalysen als Basis für die Entwicklung eines für die Arbeit an Gemeinschaftsschulen erforderlichen Kompetenzrasters
• erarbeiten in der Didaktik konkret Felder eines Kompetenzrasters für inhaltsbezogene Kompetenzen

2.2 Didaktische Prinzipien – Aktiv - entdeckendes Lernen und Problemorientierung

Die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter
• setzen sich mit einer Problemsituation, die für einen aktiv- entdeckenden Mathematik-unterricht exemplarisch ist, auseinander
• durchlaufen selbst wesentliche Phasen eines Problemlöseprozesses und übertragen sie auf die Gestaltung des eigenen Unterrichts
• erfahren praktisch die Bedeutung des sozialen Austauschs und von differenzierenden Lernhilfen in Problemlösephasen
• erwerben über beispielhafte Aufgaben Wissen über Heurismen
• unterscheiden zwischen einem Unterricht, in dem problemorientiert gearbeitet wird und in dem Problemlösen gelernt wird
• erhalten Anregungen zum Aufbau einer eigenen Unterrichtskonzeption, die den Erwerb der prozessbezogenen Kompetenz Problemlösen für die Schülerinnen und Schüler ermöglicht

2.3 Didaktische Prinzipien – Genetischer Mathematikunterricht / Genetisches Lernen

Die Lehreranwärterinnen und Lernanwärter
• erhalten die Möglichkeit, grundlegendes Wissen zum genetische Prinzip zu erwerben bzw. ihr vorhandenes Wissen zu erweitern
• erarbeiten die wesentlichen Kennzeichen des Prinzips anhand praktischer Aufgabenbeispiele
• wenden ihr Wissen auf weitere Aufgabenbeispiele an

2.4 Didaktische Prinzipien – Differenzierung / Individualisierung

Die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter
• erhalten die Möglichkeit, grundlegendes Wissen zu den Eckpfeilern eines binnendifferenzierten Unterrichts wie
o Ziel- und Inhaltstransparenz herstellen,
o individuelle Lernvoraussetzungen erfassen und berücksichtigen,
o grundlegendes Wissen und Können wachhalten,
an konkreten Beispielen zu erwerben, bzw. ihr vorhandenes Wissen zu erweitern
• erwerben Wissen über die Bedeutung, den Einsatz und die Erstellung von sinnvollen Lernjobs, Lernpaketen oder Lernbändern als Möglichkeit zur Individualisierung von Lernprozessen für die Arbeit an Gemeinschaftsschulen
• erstellen auf der Basis dieses Wissens zu einzelnen Kriterien aus einem Kompetenzraster differenzierte Lernjobs, Lernpakete oder Lernbänder für den Einsatz im eigenen Unterricht
• reflektieren die Eckpfeiler des binnendifferenzierten Unterrichts im Hinblick auf die Übertragung der Kenntnisse für die Gestaltung des eigenen Unterrichts

2.5 Leistungsmessung

Die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter
• erwerben Wissen zu Möglichkeiten, Leistung produkt- und prozessorientiert zu erfassen
• erweitern selbstständig über Lernaufgaben ihr Wissen zu Instrumenten der Leistungserfassung wie
o tradierte Formen von Klassenarbeiten,
o differenzierte Klassenarbeiten,
o mündliche Noten zur Steuerung mit Noten
o Lerntagebücher und Rubrics zur Steuerung der Lernprozesse im Unterricht bzw. in Lernsettings an Gemeinschaftsschulen.

2.6 Aufgabenkultur und Unterrichtsqualität im Mathematikunterricht

Die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter
• erhalten die Möglichkeit, Wissen zur Funktion, zur Rolle und zu Kennzeichen von guten Aufgaben im Mathematikunterricht zu erwerben bzw. ihr vorhandenes Wissen zu erweitern
• analysieren Aufgabenbeispiele anhand dieser Kriterien und schätzen deren Qualität ein
• erhalten Anregungen für reflexionsanregende Impulse und Fragen zur Erhöhung der Aufgabenqualität
• wenden Kenntnisse über Kennzeichen von guten Aufgaben für die Reflexion der Qualität von Aufgaben in Lernjobs, Lernpaketen oder Lernbändern an
• durchlaufen exemplarisch die Teilprozesse des Modellierungskreislaufs an Beispielaufgaben und klären die Bedeutung dieser Prozesse für die Arbeit im Unterricht
• reflektieren Kennzeichen von gutem Mathematikunterricht

2.7 Übung im Mathematikunterricht

Die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter
• erhalten die Möglichkeit, Wissen zur Funktion der Übung mit didaktischem Ort, Zielen sowie Übungsformen zu erwerben bzw. ihr vorhandenes Wissen zu erweitern
• benennen Kennzeichen von Übungsformen wie automatisierendem, produktivem und operativem Üben und ordnen Aufgaben den einzelnen Übungsformen zu
• wählen Aufgaben begründet und zielgerichtet für Übungsphasen, für Lernjobs, Lernpakete oder Lernbänder im eigenen Unterricht aus
• erhalten Anregungen, um über Kopfübungen mathematisches Basiswissen wachzuhalten

2.8 Geometrie

Die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter
• erhalten die Möglichkeit, Wissen zu den Kernideen und Zielen des Geometrieunterrichts zu erwerben bzw. ihr vorhandenes Wissen zu erweitern
• setzen sich aktiv mit ausgewählte Aufgabenstellungen auseinander, die sich an den Kernideen für einen guten Geometrieunterricht orientieren
• erhalten Anregungen, um geeignete Lernsituationen im Geometrieunterricht zu gestalten

2.9 Stochastik

Die Lehreranwärterinnen und Lehreranwärter
• erhalten die Möglichkeit, Wissen zu den Bereichen der Stochastik (Daten, Kombinatorik und Wahrscheinlichkeit) zu erwerben bzw. ihr vorhandenes Wissen zu erweitern
• gewinnen anhand praktischer Beispiele vertiefte Einblicke in die fachlichen Grundlagen der Stochastik
• erhalten Anregungen, um geeignete Lernsituationen im Stochastikunterricht in ihren Klassen zu gestalten

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