Sonderpädagogische Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in allgemeinen Schulen und Sonderschulen
Für jedes Kind die beste Lösung finden
Die Frage sonderpädagogischer Hilfen in allgemeinen Schulen oder sonderpädagogischer Förderung in Sonderschulen stellt sich immer dann, wenn im Zusammenhang mit einer Behinderung erschwerte Lebensbedingungen sowie erhebliche Entwicklungs- und Lernprobleme auftreten. Kriterium für besondere Maßnahmen ist deshalb nicht die Behinderung selbst, sondern der mit ihr verbundene sonderpädagogische Förderbedarf. Die Entscheidung über den richtigen Lernort muß deshalb für jedes Kind nach einer ganzheitlichen Diagnostik und gemeinsamen Beratungmit den Eltern und allen an der Förderung des Kindes Beteiligten erfolgen. Diese wägen im Spannungsfeld von sozialer Integration und individueller Förderung ab, welches der persönlich beste Weg ist. Großer Wert wird bei der Klärung der Lernortfrage auf die Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten der allgemeinen Schulen - gegebenenfalls mit Unterstützung durch die Sonderschulen - gelegt.
Sonderpädagogische Fachkräfte helfen im Rahmen der Kooperation an allgemeinen Schulen durch intensive Beratungs- und Gesprächsangebote, durch ambulanten Sprachheilunterricht, durch sonderpädagogische Unterstützung für Kinder mit Seh-, Hör- und Körperbehinderungen sowie für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Lern-, Entwicklungs- und Verhaltensproblemen, den Schulerfolg zu sichern. Hierbei können die Eltern, die Lehrkräfte und die Kinder und Jugendlichen selbst durch den Textservice an der Staatlichen Schule für Blinde in Ilvesheim, der Schulbuchauszüge in Blindenschrift fertigt, das Beratungszentrum für Computer- und Kommunikationshilfen der Staatlichen Schule für Körperbehinderte in Markgröningen, die Beratungsstelle "Computer für Förderschulen und Schüler mit Lernschwierigkeiten" am Landesinstitut für Erziehung und Unterricht in Stuttgart und das Medienberatungszentrum an der Schule für Sehbehinderte in Karlsruhe sowie die entsprechenden Beratungszentren für Hörgeschädigte und Sprachbehinderte an den Staatlichen Schulen für Schwerhörige, Gehörlose und Sprachbehinderte in Neckargemünd und Stegen unterstützt werden.
Das Maß sind die individuellen Bedürfnisse des Kindes
Regionale Ansprechpartner für spezifische sonderpädagogische Fragen und die Arbeitsstellen Kooperation bei den Staatlichen Schulämtern unterstützen diese Integrationsaufgaben. Für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und einem besonders hohen und umfassenden sonderpädagogischen Förderbedarf steht ein ausgebautes differenziertes Sonderschulwesen mit optimalen sonderpädagogischen Angeboten zur Verfügung. Hier kann durch intensive sonderpädagogische Förderung auf die individuellen Förderbedürfnisse des einzelnen Kindes oder Jugendlichen in hohem Maße eingegangen werden. Deshalb können in den Sonderschulen alle Bildungsabschlüsse der allgemeinen Schulen erreicht werden. Soweit die Behinderung es erforderlich macht, sind auch eigenständige spezifische Schulabschlüsse vorgesehen. Selbstverständlich ist ein Wechsel von einer Sonderschule in eine allgemeine Schule und umgekehrt möglich.
Sonderschulen bemühen sich sehr intensiv um den Aufbau eines Netzwerkes mit Einrichtungen und Diensten im Umfeld der Schule. Dies unterstützt nachhaltig die soziale und berufliche Integration der Schülerinnen und Schüler, die eine Sonderschule besuchen. Schon während der Schulzeit wird bei Schülerinnen und Schülern der Sonderschulen die Frage der beruflichen und sozialen Integration zusammen mit anderen schulischen und außerschulischen Partnern angegangen. Beispielhaft wird hier auf die enge Zusammenarbeit mit allgemeinen und beruflichen Schulen (nähere Informationen siehe "Die Berufliche Schulen"), auf die Zusammenarbeit mit dem Berufsberater für Behinderte, mit dem man gemeinsam einen günstigen Einstieg in die Phase der beruflichen Bildung sucht, und auf die Zusammenarbeit mit Industrie und Handwerk, den örtlichen Vertretern der Jugendhilfe, mit Vereinen, Kinder- und Fachärzten hingewiesen. Offene Unterrichtsangebote und ein breites Spektrum an Begegnungen, Partnerschaften und Kooperationen zwischen allgemeinen Schulen und Sonderschulen - z. B. auch in Form von Außenklassen - unterstreichen, wie bedeutend die Kontaktmöglichkeiten für Nichtbehinderte sind, sichern aber auch die Entwicklung individueller Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen und fördern deren Selbständigkeit.

