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Austattung: Musik braucht Räume!

Viele Musikräume befinden sich in einem beklagenswerten Zustand.

Zweckentfremdet, leergeräumt, mit antiquierter Ausstattung, ungemütlich und kahl sollen in ihnen Musiklehrer den medienverwöhnten Kindern und Jugendlichen Freude an der Musik vermitteln. Dies ist oft zum Scheitern verurteilt.

Um langfristig die Berufszufriedenheit bei Musiklehrern zu erhalten, sollten die verantwortlichen Fachkolleg/innen größten Wert auf die Funktionalität ihres „Arbeitsplatzes“ Musikraum legen (vgl. auch E.K. Schneider: "Unterrichtsräume", in: Helms/Schneider/Weber: "Handbuch des Musikunterrichts", Kassel 1997)

Dazu gehört eine Basisausstattung an Instrumenten, Materialien  und Geräten.

Die im Folgenden genannte Zusammenstellung versteht sich als Grundausstattungen, die angestrebt und im Lauf der Zeit erreicht werden soll.

 


Lehrerinstrumente

  • Als Instrumente für den Lehrer sollten ein Klavier oder ein Flügel sowie eine Gitarre zur Verfügung stehen.
  • Die Gitarre sollte wenn möglich mit Tonabnehmer zur Verstärkung über die Verstärkeranlage ausgestattet sein.
  • Anzustreben ist die Anschaffung eines Keyboards oder Digitalpianos  mit Begleitfunktionen.

 




Percussioninstrumente 

Sogenannte "Klassenrhythmiksets" sind für den Einsatz  im Klassenzimmer brauchbar und sinnvoll, häufig aber von begrenzter Auswahl an Instrumenten und schlechter Qualität. Für die Ausstattung des Musiksaals wird eine  individuelle Zusammensetzung höherwertiger Instrumente wie im Folgenden zusammengestellt empfohlen.

 

  • 5 Schellenringe
  • 5 Tambourine/ Rahmentrommeln mit oder ohne Schellen
  • 2 Bongos
  • 2 Congas (1 Paar)
  • 2 Djembes
  • 4 Chicken Shakes
  • 4 Paar Maracas/ Rumbakugeln
  • 2 Guiros
  • 5 Holzblocktrommeln mit Schläger
  • 2 Röhrentrommeln mit Schläger
  • 2 – 4 Cajons
  • Rainmaker und/oder Oceandrum
  • 4 Triangeln
  • 4 Paar Cymbeln, 20 cm
  • 1 Vibra Slap
  • 4 Cabasas
  • 2 Kuhglocken
  • Bar - Chirnes auf Stativ
  • 1 Schlagzeug (Drum - Set)
  • kpl. mit Becken und Stativen
  • 5 Tempelblocks
  • 1 Schlitztrommel
  • Claves /Holzschlagstäbe
    (Klassensatz mit 12 Paar oder mehr)
  • 2 – 3  diatonische Sätze Boomwhackers,
    1 chromatischer Satz, 8 Kappen

 Stabspiele

  • Anzustreben ist eine Ausstattung mit mindestens 12 verschiedenen Stabspielen.
  • Diese Zusammenstellung sollte sowohl Xylophone, Metallophone und Glockenspiele in verschiedenen Lagen (Sopran und Altlage) aufweisen. Wird schwerpunktmäßig mit Stabspielen gearbeitet, so sollte dieser Instrumentenbereich durch Bassklangstäbe ergänzt werden.
  • Klassensätze mit Glockenspielen werden empfohlen, zusätzlich 20 - 30 Schlägel mit unterschiedlichen Köpfen



Elektroakustische bzw. elektronische Instrumente

  • Mittelfristig wird die  Anschaffung eines transportablen Keyboards empfohlen, auf befriedigenden Klavierklang achten
  • E- Gitarre und E- Bass als Demonstrationsobjekte und zur Verwendung beim Klassenmusizieren und in AGs
  • Instrumentalverstärker bzw. Universalverstärker, evtl.  mit eingebautem CD- Spieler



Materialien und Medien

  • Realmedien z. B. Demonstrationsinstrumente
  • Schautafeln mit Instrumentenabbildungen und Komponistenporträts
  • Freiarbeitsmaterialien wie Kartenspiele, Notendomino, Notenmemory z. B. aus dem Bereich des Notenlehrgangs
  • Zeitschriften mit Unterrichtsmaterialien und Hörbeispielen
  • Unkonventionelle Klangerzeuger wie Besen, Kehrbleche, Küchenutensilien,  Flaschen, Dosen, Metallfolien, Kronkorkenrasseln, Coladosen, Tüten, Steine, Becher für Klanggestaltungen und Stomp – Projekte usw.
  • Schüler-Arbeitsbücher, Schreib- und Notenpapier
  • Scheren, Klebstoff
  • Kostüme für Verkleidungen im Bereich Darstellendes Spiel



Kleingeräte und Materialien für den Bereich Rhythmik

  • 10 Seile, farbig sortiert
  • 25 Chiffontücher, farbig sortiert
  • Softbälle, Luftballons
  • Tapetenbahnen, Wachskreiden





Beispiel für eine Beschallungsanlage für Musikräume an Schulen

Die Anlage sollte nach folgenden Kriterien aufgebaut sein:

  • Geeignet zur Musik- und Sprachübertragung für große Räume (Musiksaal) und im Freien
  • Einfache Bedienung
  • Genügend Leistungsreserven, deshalb Robustheit und Langlebigkeit („Eine Anschaffung für Jahrzehnte“)
  • Standort im Musiksaal der Schule, jedoch auch transportabel für Beschallungen an Schulfesten, für die Schulband, an Großveranstaltungen in der Sporthalle, usw.
  • Für alle elektronischen Komponenten gilt in besonderem Maße, dass die einzelnen Teile dem Verwendungszweck angepasst ausgewählt werden müssen. Deshalb ist eine Beratung durch den Fachhandel unbedingt nützlich und hilfreich. Vorsicht vor Billigangeboten durch Schulausstatter. Die angebotenen Teile sind oft ihr Geld nicht wert.

Folgende Komponenten haben sich bewährt und werden deshalb vorgeschlagen.
Je nach Angebot können selbstverständlich Vergleichsangebote berücksichtigt werden.

  • Mischpult, 12 Kanäle min.
    z. B. Yamaha MX 12/4; Behringer Eurorack 2004A; Mackie 1402 VLZ
  • Endstufe, 200 W min., 4 Ohm
  • Lautsprecherboxen, 200 W min.
  • CD-Spieler, mp3 tauglich
  • Case mit Griffen und Rollen oder Einbauschrank, abschließbar
  • 2 Mikrofone, z. B. Sennheiser E825 Vocal; Shure SM 58
  • 2 Hochständer für Lautsprecherboxen
  • 2 Mikrofonständer
  • 2 Mikrofonkabel, à 8 m
  • 2 Kabel für Lautsprecherboxen, à 10 m
  • Verkabelung der Geräte im Case, Kleinteile
  • Digitalrecorder z. B. Zoom H2

Nettopreis   ca. €  3.000,00

                                                                                                   
Für Schulaufführungen haben sich drahtlose Funkmikrofone bewährt, die je nach Etat im Lauf der Zeit angeschafft werden.
Von verschiedenen Herstellern werden auch transportable Kompaktverstärker mit eingebautem CD-Player angeboten. Diese bilden je nach Ausführung praktikable transportable Lösungen und sind damit zu einem weitaus geringeren Preis als die oben beschriebene Komplettanlage erhältlich.
 


Mobiliar

Als zweckmäßig hat sich eine Einrichtung des Musikraumes mit flexibler Bestuhlung erwiesen.

Der Musikraum sollte somit Möglichkeiten bieten, ohne großen Aufwand Tische und Stühle zum Schreiben, eine Ecke für Kreisgespräche z. B. mit Polstern, Bänken oder einer Sofaecke und einem Bewegungsraum herzustellen.

 




 Neue Medien

Neue Entwicklungen zeigen Wege auf, wie Computer im Sinne eines zeitgemäßen Musikunterrichts mit kostengünstigen Softwarelösungen  sinnvoll in den Musikunterricht eingebunden werden können.

Viele Verlage bieten mittlerweile Musik auf Midifiles sowie Hybrid – CDs mit Text-, Bild- und Musikdateien an.

Möglichkeiten des Hard- Disk – Recordings, des Einsatzes von Lernprogrammen usw. bieten für Musiklehrer/innen und Schüler/innen vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Deshalb ist ein Computer mit musikspezifischer Software und Hardware (z. B. CD – Brenner, Miditastatur, Beamer und Internet- Zugang im Musik – Fachraum wünschenswert.

 


Bücher und Zeitschriften

Die einschlägigen Verlage bieten ein brauchbares Sortiment an Schülerbüchern und Zeitschriften mit Praxishinweisen für den Musikunterricht an.
Aufgrund der Vielfalt der Erzeugnisse und der ständigen Flut von Neuerscheinungen werden keine Empfehlungen gegeben. 

Th. Schneck
Seminar Sindelfingen
Juli 2009